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Freitag, 19. Juni 2009

Das mit den Kirschen

Gottes schöne Natur hat mich heute inspiriert. Auf einer wackligen Leiter im Kirschbaum. Da fiel mir etwas auf:

Mit den Kirschen ist das, wie mit Idealen.
Die richtig guten, die am besten aussehen und am meisten versprechen hängen verdammt weit oben. Man kommt da kaum dran. Und hat man dann eine erwischt, hat sie irgendwo doch eine aufgeplatzte oder verschimmelte Stelle. Mit vielen stimmt irgendwas nicht. Da beißt man dann das gute Stück ab und schmeißt den Rest weg. Oder doch gleich die ganze.
Einige fallen unbemerkt zu Boden.
Manchmal muss man ganz schön am Ast zerren, holt sich Kratzer und schmutzige Hände. Ein paar werden vor Eifer einfach zerdrückt.
Immer sieht man noch eine Stelle, wo bessere hängen. Man muss sich eine richtige Taktik ausdenken, um sie zu erreichen.
Manchmal nimmt man aus Frust ein paar nicht so gute. Weil sie halt grade in der Nähe hängen.
Und ein anderes mal streckt man sich gewaltig nach ein paar saftigen, guten Stücken weit oben aus und stellt dann auf einmal fest, dass gerade neben einem auch ziemlich gute hängen.

Irgendwann ist der Sack voll. Es reicht. Man muss sich zwingen aufzuhören. Am Ehrgeiz gemessen könnte man den ganzen Baum leer pflücken.
Es muss auch mal Schluss sein.

Und irgendwann hat man Bauchschmerzen.

Sonntag, 14. Juni 2009

Versöhnt und Zufrieden.

Auf den meisten (soll heißen allen (2en)) meiner sozialen Netzwerk-Profile befinden sich gerade diese beiden Wörter. Diese ganze Status-Kacke definiert sich ja darüber, dass man die Welt wissen lässt, was man gerade macht, Schrägstrich, was einen gerade beschäftigt. (Wie auch dieser Blog... Man könnte meinen, ich hätte ein ziemliches Mitteilungsbedürfnis...)

Nun, mich beschäftigen gerade diese beiden Wörter - ich finde sie gut! Nicht nur, dass sie schön klingen, nein, sie sind auch noch voller Inhalt, geradezu inhalts-adipös. Ein guter Anlass mit der Welt mal wieder Gedanken zu teilen. Und das mache ich nicht zu eurer Belustigung, sondern um Reaktionen in Form von Diskussionsstoff, Gegenmeinungen, Nachfragen, Hinterfragen zu bekommen. Ich will lernen.
Also lest, denkt und reagiert.

Zur Sache: Meine Definition von Zufriedenheit hab ich mir vielleicht vor einem Jahr mal einfallen lassen. Ganz genau weiß ich sie nicht mehr. Es hatte damit zu tun, glücklich zu sein mit dem was man hat und zu wissen, das man das nicht braucht, was man gerade nicht hat und Wünsche und Träume als solche wahrnehmen und genießen zu können.
Das ist für mich Zufriedenheit.
Und der Status der Zufriedenheit scheitert meist daran, dass man eben immer noch Wünschen und Träumen nachstrebt, noch mehr erreichen will und meint, das zu brauchen was man gerade nicht hat. Zufriedenheit ist also auch die Abwesenheit vom ewigen Streben (nach Glück? Glück ist schonmal nicht Zufriedenheit.).

Und jetzt: "versöhnt sein". Dafür ist mir noch keine Definition eingefallen. Es ist mehr, als nach einem Streit Frieden zu schließen. Versöhnt zu sein hängt unglaublich eng mit Zufriedenheit zusammen. Vielleicht kann man das "glücklich sein mit dem was man hat" (s.o.) durch "versöhnt sein mit dem was man hat" ersetzen und erkennt daraus den engeren Zusammenhang.

Kann man zufrieden sein, ohne versöhnt zu sein oder umgekehrt? Gerade meine ich: nein.
Es steckt aber in diesen beiden Wörtern in gewisser Weise das ganze Geheimnis des Lebens.

Gerade hatten wir nämlich in der Küche die Frage diskutiert, was das beste Leben ist, das man führen kann. An Faktoren gemessen kann es meiner Meinung nach immer noch "besser" werden. Und eben nach dem streben die Menschen. Hast du Anerkennung willst du mehr davon. Hast du Geld willst du mehr davon. Das "beste" Leben kann also in dem Sinne nicht erreicht werden, weil unsere Welt es uns auch möglich macht, bis zum Ende unseres Lebens immer höher zu steigen, immer "besser" zu werden.
Aber dann kann man DAS beste Leben nicht haben.
Es sei denn, man ist eines Tages Zufrieden. Zufriedenheit sticht alle Faktoren anderer Art damit aus, dass sie in Wirklichkeit selbst kein Faktor ist, sondern allen Faktoren innewohnt. Ist sie der Maßstab dann wird es auf einmal möglich "das beste" zu haben. Die Schwierigkeit ist nur, den richtigen Punkt abzupassen an dem man sagt:

"Ich bin zufrieden."

Wenn ich das eines Tages sagen kann und mir dabei der Tiefe des Inhalts bewusst bin, dann habe ich das beste Leben. Nämlich ein zufriedenes.

Montag, 25. Mai 2009

Berlin, Berlin, Berlin

Hier ein paar Bilder von unserem vergangenen, schönen, langen Wochenende... Bessergesagt von einem Ausschnitt daraus. Samstag nämlich, die große Party am Brandenburger Tor.

das Sinfonieorchester spielt.

mmmh, schön.

"Komm mit mir ins Abenteuerland...!

...

Da sieht man Thomas Gottschalk laufen. Wenn man ganz genau hinguckt...

Sehr voll.

Kai Pflaume, Boris Becker, Otto, Bully Herbig, PUR, Jürgen Drews ... an einem einzigen Tag!
Ich WEIß, dass diese Menschen kein bischen interessieren, aber ein bischen angeben wird man ja wohl dürfen. Das tun alle die da waren. Die Organisatoren haben sich einfach RICHTIG Mühe gegeben :D

Dienstag, 19. Mai 2009

APS. Bürger Marburgs stehen hinter dem Kongress.

In der vergangenen Nacht wurden Plakate geklebt.
Meine erste Reaktion: Endlich.
Grund: Ein Zusammenschluss von Befürwortern des Kongresses, die sich "für Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, freie Forschung" aussprechen haben das auch endlich mal öffentlich gemacht.
Ich persönlich finde das gut und wollte euch einfach die Homepage mit den Anliegen der Verantwortlichen weitergeben:

http://marburg-fuer-aps.blogspot.com/

Lest selbst.

Im Gegenzug dazu scheint sich das Programm einiger Kongress-Gegner deutlich in eine agressive, eskalierende, intolerante, nicht zum konstruktiven Dialog bereite Richtung zu entwickeln. Folgendes kam mir zu Ohren:

"voll Hass haben sie "Jesus du Opfer" und
daneben ein gekreuzigtes Schwein ge-sprayed."

Das spricht wohl für sich selbst und ich muss nicht dazu sagen auf was für einem Niveau sich leider manche (! ich pauschalisiere bewusst nicht) der Kongress-Gegner bewegen. Traurig.